Apr 05 2017
Jens Thiel: 40 Monoblocs | © Jens Thiel / Jürgen Lindemann

Die Tür zu einer anderen Welt

Der Wechsel in die dritte Dimension

Die in der Hamburger Kunsthalle stationierte Ausstellung "Zeichnungsräume. Positionen zeitgenössischer Graphik" bietet als zweiteilige Sammlungspräsentation einen umfassenden Blick auf die Entwicklung der Zeichnung ab den 1950er-Jahren bis hin zu aktuellen Positionen. Anhand von über 200 Werken wird das Spektrum von intimen, kleinformatigen Bleistiftstudien bis zu großen, raumgreifenden Konzept-Arbeiten gezeigt. Der "Aufbruch in den Raum" steht im Mittelpunkt von Zeichnungsräume II. Die präsentierten Werke zeigen, wie sich seit den 1960er-Jahren die Grenzen der Zeichnung radikal erweitert haben. Künstler_innen der Minimal- und Konzeptkunst überführen die Linie von der Fläche in den Raum. Die Zeichnung wechselt in die dritte Dimension. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Arbeiten, die sich durch die Expansion in den realen Raum, als temporär geschaffene Wandzeichnung oder als programmierte Zeichnung, die nur im virtuellen oder imaginären Raum existiert, auseinandersetzen. 

 

Nanne Meyer: Himmel ist Erde | © Nanne Meyer / Hamburger Kunsthalle / bpk / Christoph Irrgang
Gartenstuhl als kulturelles Gut

Wussten Sie überhaupt, dass der klassische weiße Gartenstuhl einen Namen hat? Er nennt sich “Monobloc” und ist damit der Namensgeber für eine im Vitra Design Museum (Weil am Rhein) stattfindende Ausstellung. Hier werden zahlreiche Monoblocs exponiert, die Sie so wahrscheinlich in noch keinem Garten gesehen haben. Ergänzt wird die Ausstellung durch Hintergrundinformationen und Bilder, die den Stuhl in den unterschiedlichsten Kontexten zeigen – bei der Gartenparty oder im politischen Krisengebiet. Die Ausstellung zeigt anhand von 20 Objekten einerseits die technische Entwicklung des Monobloc-Stuhls, andererseits Einblicke in seine kulturelle Bedeutung. Der gleiche Plastikstuhl, der in manchen Ländern als Wegwerfware gilt, wird in anderen Ländern als Wertgegenstand bewahrt und repariert. Der Monobloc steht für eine pluralistische Designgeschichte abseits kanonisierter Klassiker. Gerade seine Widersprüche machen ihn zu einem Symbol für die Komplexität der materiellen Kultur unserer Zeit. 

© Jürgen Lindemann

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