Sep 06 2017

Donald Trump ist der neue Joker?

Schon vor einigen Jahren sorgte der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie für einige Aufreger, als er den Islam in einem Roman kritsierte. Jetzt richten sich viele Augen wieder auf den 70-Jährigen, der in seinem neuesten Werk mit dem trumpschen Amerika abrechnet.

Rushdie rechnet in "Golden House" mit Amerika ab

Schriftsteller Salman Rushdie hätte jeden guten Grund, seine Arbeit niederzulegen. 4 Millionen Dollar sind im Iran auf seinen Kopf ausgesetzt. Irans einstiger und orthodox-religiöser Führer Ayatollah Khomeini sprach ihm das Todesurteil ("Fatwa") aus. All' das nur für ein paar kritischer Zeilen in seinem Roman "Satanischen Verse", den Salaman 1988 unter starkem Protest der islamischen Welt veröffentlichte. Der Roman ist teilweise vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert und richtet sich laut der Kritiker an mehreren Stellen "gegen den Islam, den Propheten und den Koran".

Das neue Werk von Salman Rushdie heißt "Golden House" und ist ein Gesellschaftsroman "über die Zeit, in der wir leben", wie der Autor in New York im ZDF verrät. Er spricht von Amerika als "beschädigtes Land". Seit 17 Jahren lebt Rushdie dort – gezwungenermaßen, um nicht fanatischen Muslimen im Heimatland zum Opfer zu fallen. Deswegen steht er auch unter Polizeischutz. In "Golden House" schreibt Salaman über eine Familie – Familie Golden – die von der Vergangenheit gejagt ins neue und gegenwärtigen Trump-Amerika auswandert. Dort muss sie jedoch feststellen, dass ein Ortswechsel sie nicht vor den Problemen der Vergangenheit und der, die noch auftreten mögen, beschützen kann. 

Immer wieder schreibt Salman Rushdie in seinem realistischen und doch mythisch-magischen Roman über einen grünhaarigen Antihelden mit Clownsgesicht, dem Joker. Man kennt Joker aus den Batman-Geschichten der Comicfirma "DC". Schnell wird klar: US-Präsident Donald Trump steht wohl oder übel für Joker. Davon sind nicht nur Kritiker überzeugt, es wird an vielen Textstellen auch mehr als deutlich:

© 360b / Shutterstock

"Taxifahrende Sikhs, Rodeo-Cowboys, rabiate Alt-right-Blondinen und schwarze Hirnchirurgen waren sich einig, wir lieben seine Verrücktheiten, kein Angsthaseneuphemismus von ihm, er schießt direkt aus der Hüfte, sagt, was immer er verdammt nochmal sagen will, raubt welche Bank auch immer aus, die er gerade Lust hat auszurauben, tötet, wen immer er töten will, er ist unser Mann." (Aus: "Golden House" von Salman Rushdie)

Salman Rushdie - ein Kämpfer für das freie Wort

Kontakt

Nachtumschau GmbH

Königswall 38-40

44137 Dortmund

Am Beliebtesten

Suche

Durchsuchen Sie die Nachtumschau