Jun 21 2017

Nackte Bekenntnisse: 100 Penisse, 100 Brüste und ihre Geschichten

Die Fotografin Laura Dodsworth setzt mit ihren Werken Zeichen. Ihr Fotobuch „Bare Reality“ (erschien 2015) sollte Frauen dazu bewegen, ihre eigenen Brüste zu lieben und sich von Schönheitsidealen und realitätsfernen Darstellungen in den Medien nicht beeindrucken zu lassen. Was dieses perfekten Busen geformt hat sind Chirurgie und Photoshop – nicht aber Mutter Natur. Obwohl Männer Brüste lieben und den Vorbau ihrer Frau trotz ungleicher Proportionen verehren, fällt es Frauen selbst schwer, mit ihrem eigenen Busen zufrieden zu sein. Das will die britische Fotografin mit ihrem Projekt ändern.

In dem Buch sind 100 Bilder von Brüsten in allen möglichen Größen, Formen und Farben zu sehen. Zu jedem Paar Brüste gibt es eine Geschichte, die über die Erfahrungen der #Besitzerin berichtet. Es gibt positive Storys, die beispielsweise vom Stillen der Kinder handeln, aber auch negative über schwere Brustkrebserfahrungen. Die Bilder und Erfahrungen sollen Frauen dazu ermutigen, der imperfekten Realität ins Auge zu sehen ihren eigenen Körper zu akzeptieren. Keine Brust ist perfekt und das ist der Beweis. Dodsworth hat am eigenen Leib erfahren, wie wohltuend es ist, „echte“ Frauen kennenzulernen. Sie selbst mag sich als Frau und ihre Brüste nach ihrem Projekt lieber. Es scheint also zu funktionieren.

Zwei Jahre später gibt es ein neues Buch von der Britin und das behandelt diesmal nicht den Körper der Frau, obwohl das ursprünglich angedacht war. Stattdessen hat die Künstlerin sich vorgenommen, ein Gleichgewicht geschaffen und sich Männer vorgeknöpft - denn auch der Penis hat mit einem Image-Problem zu kämpfen.

Während Frauen durch Feminismus-Bewegungen suggeriert wird, ihre eigene Meinung zu sagen, ihren Körper zu lieben wie er ist und auf das zu pfeifen, was die Gesellschaft ihnen vorzuschreiben versucht. Doch auch Männer haben Gefühle, über die sie reden möchten, fühlen sich mit ihren zu großen, zu kleinen oder impotenten Gliedern nicht immer wohl in einer Gesellschaft, in der ein Penis groß sein soll und immer zu funktionieren hat.

Für ihr neustes Werk „Manhood: The Bare Reality“ ist Dodsworths so vorgegangen wie bei dem Vorgänger. Das Buch zeigt 100 männliche Schambereiche mit unterschiedlich geformten Penissen und einer großen Variation an Intim-Frisuren. Zu jeder Form, Größe und Farbe gibt es, wie auch bei „Bare Reality“, persönliche Geschichten, die von Sex, Impotenz, Krankheiten und Gott handeln.

Die Künstlerin ist überrascht über die Offenheit der Männer und das Bedürfnis, ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ihr Buch soll zeigen, dass auch Männer über Gefühle reden können und das auch tun sollten. Dadurch erkennen sie womöglich eigene Sehnsüchte und Ängste.

Doch auch Frauen können durch ihr Buch Einiges lernen. Die Schwachstellen eines Mannes zu verstehen kann dabei helfen, sein Handeln und die Gründe dafür besser zu verstehen. Keineswegs soll ihr Werk aber als eine Art Manifest für die männliche Weltanschauung verstanden wissen. Männer wollen eben auch einfach über ihre Gefühle reden und wie sehr sie das wollen, zeigt das frisch erschienene „Manhood: The Bare Reality“.

Kontakt

Nachtumschau GmbH

Königswall 38-40

44137 Dortmund

Am Beliebtesten

Suche

Durchsuchen Sie die Nachtumschau