Apr 06 2017

Überfällig oder Überflüssig? Ein Blick auf das moderne Deutsch.

Goethe, Schiller, Fontane, Kafka – alles große Literaten, die man noch heute an vielen Gymnasien lernt und an Universitäten studiert. Aber viele fragen sich: „Muss man sie kennen?“. „Ja!“, sagt das Schulministerium, „Ja!“ sagt der ältere Nachbar, der jeden Tag auf seiner Veranda liest und „Ja!“ sagt die blaue Aufschrift auf vielen Lebensmitteln.
Aber die frage ist nicht „Soll man das lesen?“ sondern viel eher „Warum soll man das lesen?“
Klassische Literatur gilt vor allem als klassisch, weil sie aus einer anderen Zeit kommt. Die Themen, die behandelt werden, sind meist universell und zu jeder Zeit aktuell, doch die Sprache ist das, was man an den Büchern meist studiert. Die alte, klassische, „hochdeutsche“ Sprache.

Und nun blicken wir auf unsere heutige Sprache. Viele sagen, sie wird vereinfacht, verdummt und „ver-englischt“. Das sagen meist eben die, die fester Überzeugung von alter Literatur sind. Aber sie haben unrecht. Die Sprache ist schon immer im Wandel gewesen. Vor allem Deutsch, aus dem althochdeutschen „diutisc“ - „volksmäßig“, entwickelt sich stetig mit dem Volk. Worte wie „googeln“, „Webdesign“, „Fotohandy“ und „E-Book“ gäbe es beispielsweise nicht zu Goethes Zeiten, doch sie schafften es 2004 in die 23. Auflage des Dudens – eines Manifests der „korrekten“ deutschen Sprache. Aber auch wenn Sie zu denen gehören, die (Alt-)Hochdeutsch befürworten, sind Sie bestimmt schon in Sprachfallen getappt. Wussten Sie zum Beispiel, dass das Wort „toll“ nicht immer soviel hieß wie „sehr schön“, sondern den Zustand einer Person beschrieb, die an Tollwut leidet?

In diesem Sinne; geben Sie sich einen Ruck und der deutschen Sprache eine zweite Chance. Natürlich gibt es Veränderungen, die Sie nicht mitmachen müssen, aber die Sprache ist wie jedes kulturelle Gut etwas, was sich mit der Zeit voran bewegt und gestrige Literatur ist auch immer „nur das Deutsch von Gestern“. Mit den Worten von Wolfgang J. Reus, einem deutschen Journalisten: „Die Sprache kann durchaus endgeil und vollfett sein – man muß sie nur in ihrem entsprechenden Biotop sprechen.“

Kontakt

Nachtumschau GmbH

Königswall 38-40

44137 Dortmund

Am Beliebtesten

Suche

Durchsuchen Sie die Nachtumschau