Mar 07 2018

Illegale Downloads: So fördern Raubkopien unsere Wirtschaft

Heutzutage ist allgemein bekannt, dass digitale Piraterie (also das Erzeugen von Raubkopien) schädlich für den legalen Markt und daher strengstens verboten ist. Kein Wunder also, dass die EU-Kommission die Copyright-Richtlinien noch weiter verschärfen will. Besonders interessant wird es aber, wenn man eine Studie sieht, die von eben dieser Kommission in Auftrag gegeben und zwei Jahre lang verheimlicht wurde.

Die Studie beschäftigte sich mit der Frage, in wiefern raubkopierte Medien der Bereiche Musik, Filme, Serien, Bücher und Spiele die Umsätze der legalen und offiziellen Medien beeinträchtigen. Nicht nur wurde kein statistischer Zusammenhang zwischen der Nutzung illegaler und den Umsatzsprüngen legaler Medien festgestellt – ganz im Gegenteil wurden erstaunliche Zahlen verbucht, die glauben lassen, dass digitale Piraterie dem Markt sogar nützt.

Zuerst aber die negativen Effekte: für 100 illegale Mediennutzungen leiden rund 27 legale Transaktionen und bleiben außen vor. Das betrifft allerdings nur Filme und Serien. Zwar haben auch Bücher eine negative Verdrängungsrate, aber angesichts der absoluten Zahl der downloads nicht erwähnenswert. Musik, beispielsweise, blieb von illegalen Transaktionen unberührt und wies eine Verdrängungsrate von null Prozent auf. Erstaunlich wird es da erst im Bereich der Videospiele: so führen im Schnitt 100 illegale Downloads zu sage und schreibe 24 neuen Käufen. Somit geht die Rechnung der Spielentwickler, kaufende Spieler mit zusätzlichen Inhalten zu belohnen, tatsächlich auf!

Angesichts der anstehenden Copyright-Reform kommt diese enthüllende Studie gerade recht. Sie dürfte neuen Brennstoff für die bereits brodelnde Debatte bereitstellen und somit eine differenziertere Gesetzgebung ermöglichen können.

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