May 04 2017

Wer schön sein will, muss leiden... Oder?

Es wäre unfair, zu behaupten, Schönheitswahn sei ein Produkt unserer Luxusorientierten Neuzeit. Auch die meist unschönen Nebenwirkungen sind so alt, wie die Schönheitsideale. Schon zu Zeiten von Königin Elizabeth I im 16 Jahrhundert, schminkte man sich gerne mit bleihaltigen Pudern. Als folge erkrankte man an Bleivergiftung, sah noch mitgenommener aus und war daher noch mehr auf das giftige Schönheitsmittel angewiesen. 

Botox & Co

Nun haben wir etwas dazu gelernt und benutzen kein Blei mehr – wir benutzen Silikon. Und das ist nur der Repräsentant, sozusagen „das Gesicht der Schönheitsindustrie“, beziehungsweise, der Hintern und die Brüste. Das Gesicht der Schönheitsindustrie wäre dann doch eher Botox. Und man kommt nicht umhin festzustellen – die Gesichter, Brüste und Hintern der Schönheitsindustrie sind meist nicht so schön, wie man von der Bezeichnung herleiten würde. Und die Zahlen nehmen zu.

An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen; es handelt sich hier nicht um notwendige plastische Operationen, wie beispielsweise nach schweren Unfällen. Es geht lediglich um Fälle, in denen Menschen sich künstlich augmentieren lassen.
Die Vorteile für eine Schönheits-OP lassen sich kurz und knapp zusammenfassen:

Man sieht „schöner“ aus, beziehungsweise, näher an seinem eigenen Ideal. Wenn man Glück hat.

© Lorna Roberts / Shutterstock.com
Die Nachteile sind leider etwas umfassender:

1. Man hat nicht immer Glück.
Manchmal erwischt man einen inkompetenten Arzt oder gar einen Arzt ohne Zulassung. Schon wird der Schönheitswahn zum lebensbedrohlichen Wahnsinn. Abgesehen von potenziellen Infektionen werden sicherlich unschöne Narben bleiben.

2. Nicht alle Menschen reagieren gut auf die Fremdstoffe im Körper 
Werden sie abgestoßen, gerät der Körper unter schwere Belastung, während sein Immunsystem ihm alles abverlangt. Entzündungen, Schwellungen oder schlimmeres sind nicht ausgeschlossen.

3. Man ist nicht mehr ganz der Alte 
Wortwörtlich. Man wird nicht nur lange Zeit brauchen, von der Gesellschaft „verarbeitet“ zu werden – auch man selbst wird morgens vor dem Spiegel stehen und denken: „Wer ist das denn, bitte?“

4. Die Kosten für solche OPs sind unermesslich 
Wenn Sie wenig Geld haben, sollten Sie es für etwas sinnvolleres ausgeben. Aber lassen Sie sich nicht durch „Schnäppchen-OPs“ in fernöstliche Länder locken, wo sie zum Halben Preis ganze zwei Dienstleistungen bekommen: Nachteil 1. und 2.

5. Ja, auch Schönheits-Operationen können süchtig machen 
Es gibt viele Beispiele, wie die „echten“ Barbie (Pixee Fox) und Ken (Rodrigo Alves), die scheinbar nicht genug von Botox und Silikon kriegen können. Kommen Sie gar nicht in die Versuchung!

Es bleibt nichts anderes, als sich zu fragen: Warum hat man OPs überhaupt nötig? Teils kann man behaupten, dass unsere heutige Gesellschaft von uns eine ideale Schönheit fordert. Andererseits liegt es aber auch stark an uns, was wir mit äußeren Einflüssen, wie den Erwartungen anderer, machen. Leider ist es heutzutage eher einfacher, die Defizite in sich zu finden – die eine hervorragende Grundlage für den Schönheitswahn werden können. Schwerer ist es dann, sich selbst so lieben zu lernen, wie man ist – schließlich machen erst die Macken den Brillant so einzigartig.

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