Jun 30 2017

Polyamorie: Ich liebe Dich, und Dich und Dich auch noch!

Polyamorie, welch ein schönes, zauberhaftes und unschuldiges Wort und fast keiner kennt es unter den Monogamisten! Eigentlich schade, denn dies ist der Zukunftsbeziehungshype!

Ist Polyamorie mehr als ein Konstrukt, um permanentes Fremdgehen schön zu reden?
Klar ist: Wer eifersüchtig wird, ist selbst schuld. Unter “Monos“ kursieren die Vorstellungen über “Polys“ in etwa so: “Ach so, wilder Gruppensex, Swinger, Vielweiberei!“ Aber genauso läuft das eben nicht!

Die Bibel der “ Mehrfachliebenden“ heißt "The Ethical Slut" die ethische Schlampe, und damit sind jene Menschen gemeint, die Liebesbeziehungen zu mehr als einem Partner pflegen - im gegenseitigen Einverständnis. Ende der 90er-Jahre schwappte die polyamore Welle von den USA nach Europa. Der Begriff Polyamorie hat sich in den 1990er Jahren entwickelt. Zahlen für Deutschland gibt es nicht, sagt Christopher Gottwald vom Verein PolyAmores Netzwerk (PAN). “Polyamorie ist eine Philosophie, die auf Ehrlichkeit, Offenheit und Selbstverwirklichung basiert, eine Art Überbegriff für eine offene Lebensweise.“

No Risk - No Fun

Zunächst assoziiert man mit Polyamorie natürlich eine Verheißungsideologie. Es ist nicht so, dass man sagt, man weiß es nicht, ob es funktioniert oder nicht. Probieren geht über Studieren! Vielleicht ist das die neue Beziehungsform. No Risk- No Fun!


Ein Zitat von Simone de Beauvoir aus “Die besten Jahre“ scheint einleuchtend zu sein: “Die Dinge entwickelten sich planmäßig. In dem magischen Dreieck, das unsere sich kreuzenden Blicke bildeten, fühlte jeder sich zugleich als Zauberer und als Verzauberter. In diesen Augenblicken schien das Trio ein blendender Erfolg zu sein.“ Ja, wenn das die Frau de Beauvoir sagt, muss das stimmen!

In einer monogamen Beziehung wird täglich Beziehungsarbeit geleistet, ohne die geht es bekanntlich nicht. Jetzt stellt man sich die Frage, wie funktioniert das in solchen polyamorösen Verbindungen? Rein rechnerisch potenziert sich die “Beziehungsarbeit“ in astronomische Ausmaße.

Arbeit und Kommunikation ist das Zauberwort. Ohne diese Bereitschaft braucht man erst gar nicht einen Gedanken an Polyamorie zu verschwenden. Nicht nur interne Problematiken sind vorprogrammiert, denn auch gesellschaftlich ist diese neue Beziehungsform noch nicht internalisiert - Freunde und Familie werden eine solche Form der Beziehungs nicht unbedingt gutheißen.

Es ist und bleibt eine Lebenseinstellung. Mann/Frau liebt mehrere Menschen und deren Liebesleben ist erfüllt von Multioptionen die alle Bedürfnisse komplett befriedigen sollen. Ob es gut geht, kommt ganz auf die einzelnen Akteure an. Nicht selten kommt es zu Eifersuchtsdramen, Stress, Druck und Vernachlässigungen. Doch es kann auch funktionieren.

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