Dec 22 2017

Wenn Heiligabend zur Familienkatastrophe wird

Journalist Thilo Mischke berichtet in einem aktuellen Essay, warum Weihnachten alle Voraussetzungen für einen großen Familienstreit erfüllt. Wir haben uns seine Meinung angehört und erzählen was Sie machen können, damit Heiligabend nicht ins Wasser fällt.

Wenn Nähe fremd wird

Ein großer Kartoffelsalat, ein paar Würstchen, eine gebratene Gans - so sieht der typische Essenstisch an Heiligabend auch. Dass ein großer Familienstreit genau so typisch wie die knusprige Weihnachtsgans ist, behauptet Thilo Mischke in einem von Stefan Schmid verfassten Essay, das diesen Monat im Magazin “mobil” erschien. 

“Zum Fest (...) herrscht eine Nähe, die uns das ganze Jahr über fremd ist.” steht im Essay geschrieben. Das ist leider in der Tat so. Wenn die Kinder älter werden, nerven Mama und Papa nur noch. Oma und Opa sind ihren Kindern eine Last und die Enkelkinder haben sowieso nie Zeit für sie. Hinzukommt der ganz alltäglich Stress durch Schule oder Arbeit. Ein paar Geldprobleme hier, eine Krankheit da und schon hat man genug zu tun und garamtiert keine Zeit mehr für die Familie. Wenn dann auch noch jeder einen anderen Tagesrythmus pflegt, wie es meistens der Fall ist, lebt sich die ganze Familie schließlich komplett auseinander. Mama und Papa gehen schlafen, wenn die Teenie-Kids wach werden. Oma und Opa gehen Samstags früh spazieren, wenn alle anderen noch schlafen.

Wenn Themen Konflikpotential haben

Natürlich ist das oben Beschriebende nicht zwingend überall der Fall. Doch ein weiteres Stichwort sorgt einmal mehr für Unmut in der Familie: Zeit. Würde man sich hin und wieder mal Zeit nehmen für die Familie, sich auch nur einmal am Tag gemeinsam an den Tisch oder auf die Couch setzen und reden, könnte man sich so einigen Stress an Heiligabend ersparen. Denn hier kommen wir wieder alle zusammen. Das sind wir eigentlich gar nicht mehr gewöhnt und da man nun die Gelegenheit hat alles loszuwerden, auch das, was einen stört, tut man es. Unmut in der Familie ist vollkommen normal doch sollte man ihn stets mittels “Dampfkesselprinzip” kundtun. Das heißt, dass man sich hin und wieder mal zusammensetzt und gezielt Themen mit Konfliktpotential anspricht. So lässt man Stück für Stück die Luft aus, anstatt alles auf einmal heraus zu brüllen.

Letztendlich raten wir dazu, Weihnachten, Weihnachten sein zu lassen und sich auf das Beisammensein zu konzentrieren. Wenn im Vorneherein festgelegt wird, dass und welche Themen mit Konfliktpotential nicht angesprochen werden, kann man beruhigt in einen schönen und besinnlichen Abend gehen.

Kontakt

Nachtumschau GmbH

Königswall 38-40

44137 Dortmund

Am Beliebtesten

Suche

Durchsuchen Sie die Nachtumschau